Der Konflikt um das Opus Dei

From Opus Dei info

Autor: Friedrich Griess (2002)


Contents


Die am 6. Oktober 2002 bevorstehende Heiligsprechung von Josemaria Escrivá de Balaguer y Albas (1902 - 1975) hat erneut die Aufmerksamkeit auf eine der wohl umstrittensten Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche geworfen. Die 1928 von ihm gegründete Gemeinschaft, die inzwischen den Namen "Prälatur vom Heiligen Kreuz und Opus Dei" erhielt, auch kurz "Opus Dei" genannt, wird von den einen als "Zeichen der Hoffnung" (So der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Lajos Kada, laut KNA-ID Nr. 49, 5. Dezember 1991, 11) hoch gelobt und als eine "neue Seite im Buch der Kirchengeschichte" (P. Berglar, Opus Dei. Leben und Werk des Gründers Josemaria Escrivá, Salzburg 1983, 14) gerühmt, während andere eindringlich vor ihrer gesellschaftlichen und kirchlichen Macht warnen und in ihr eine "integralistische Machtballung" (H.U. v. Balthasar, Integralismus, In: Wort und Wahrheit 18, 1963, 742) oder gar eine "heilige Mafia" (So die Bezeichnung für das Werk im Ursprungsland Spanien, nach verschiedenen Quellen) sehen.

Angesichts der übergroßen Zahl der von Papst Johannes Paul II zur Ehre der Altäre erhobenen Personen wäre eine Aufregung über eine einzelne Heiligsprechung wohl nicht angebracht, wenn nicht zu befürchten wäre, daß diese von den Anhängern des Opus Dei zu einer geistigen Machtübernahme innerhalb der katholischen Kirche umfunktioniert werden könnte. Denn trotz formaler Rechtgläubigkeit dieser Bewegung würden sich die katholische Kirche durch eine weitgehende Aneignung der Mentalität des Opus Dei von den Absichten Jesu Christi mit seiner Kirche noch weiter fortbewegen, als sie es leider jetzt auf manchen Gebieten ohnehin schon ist, wie im Folgenden zu zeigen sein wird.

Das feierliche Pontifikalamt am 6. Januar 2002 im Wiener Stephansdom und die Enthüllung einer Gedenktafel durch Kardinal Schönborn, die darauf hinweist, daß Monsignore Escrivá de Balaguer hier zum erstenmal ein bestimmtes Gebet gebetet habe, könnte ein Auftakt dazu gewesen sein.

Das Opus Dei weist stets jede Kritik zurück und behauptet, diese gehe nur von den Feinden Gottes aus, welche die Kirche zerstören wollten. In Wirklichkeit stammt jedoch die Kritik einerseits von Menschen, welche die Realität des Opus Dei erlebt haben, also ehemaligen Mitgliedern, die wissen, wovon sie reden, andererseits von Bischöfen und Priestern, denen man wohl nicht gut die Absicht unterschieben kann, die Kirche zerstören zu wollen.

Kritik von ehemaligen Mitgliedern

Darüber schreibt Gunnel Vallquist (Die schwedische Autorin Prof. Gunnel Vallquist konvertierte 1939 zur katholischen Kirche. Sie verbrachte Ihre Jugend in Uppsala, studierte dann in Paris Literaturwissenschaft, wo sie die neue Entwicklung der Theologie bereits vor dem Konzil mitverfolgte, war dann während des Konzils schwedische Korrespondentin in Rom und war bis vor kurzem Redaktionsmitglied der norwegischen katholischen Zeitschrift "St. Olav", wo sie offenherzig ihre Meinung vertrat. Ihre aufrüttelnden Artikel erscheinen auch in anderen skandinavischen Zeitschriften, und sie verfaßte eine Reihe von Büchern, darunter 4 über das Konzil, die 1999 als voluminöser Band mit neuem Vor- und Nachwort wieder aufgelegt wurden. Seit 1982 ist sie Mitglied der schwedischen Akademie und immer noch an der Auswahl von Kandidaten für den Literaturnobelpreis maßgebend beteiligt. Auch Kardinal König, dem ich die Übersetzungen einiger Schriften von Frau Vallquist sandte, hat sich über die Autorin sehr lobend geäußert.), die das Opus Dei ohne zu zögern "Sekte" nennt (Svenska Dagbladet, Januar 2001):

»Die beste Art, das Wesen und Wirken dieser Gemeinschaft kennen zu lernen, ist es, Bücher zu lesen, die den Schleier des Geheimnisses ihres inneren Lebens lüften. Eine ausgezeichnete Einführung ist The Secret World of Opus Dei des englischen Historikers Michael Walsh (1985). Der Verfasser hatte Zugang zu sonst nicht zugänglichen Dokumenten, z.B. "Cronica", die privaten Rundbriefes des "Werks", und hatte einige "Aussteiger" interviewt, die über die Sitten und Gebräuche der Sekte berichteten. Alle seine Angaben kommen mir offensichtlich zuverlässig vor, nicht zuletzt weil ich an der "Rezension" des Buches teilgenommen habe, wie auf der Homepage der Sekte zu lesen ist. Außer den üblichen indignierten Ergüssen über die Wertlosigkeit des Buches fand man nur zwei Angaben, die widerlegt werden konnten: die eine betraf eine Adresse, die andere die Bedienung des Gründers, des "Vaters". Nicht ein einziges von hunderten Beispielen von empörenden Zuständen und unethischem Handeln konnte widerlegt werden oder wurde überhaupt diskutiert.

Wünscht man konkretere Informationen, dann kann man einige der Bücher zur Hand nehmen, die von ehemaligen Sektenmitgliedern verfaßt wurden. Es gibt viele Aussteiger, aber nicht so viele, die bereit wären zu offenbaren, welchen Maßnahmen sie in ihrer Zeit in der Sekte ausgesetzt waren; sie können sich privat anvertrauen, aber wagen nicht einmal, offen mit Priestern oder Bischöfen zu sprechen. Sie haben ganz einfach immer noch Angst vor dem Opus Dei. Man hat ihnen eingeredet, daß "die rettende Gnade den Opus-Dei-Mitgliedern durch die Gnade des Gründers zuteil wird ... und wer sich selbst von dieser Gnadenquelle trennt und sich außerhalb dieser göttlich inspirierten und unveränderlich vollkommenen Institution stellt, sich nur ewige Verdammnis erwarten kann" (Walsh).

Ich werde zwei seriöse Bücher vorstellen, welche das Leben im Opus Dei im Detail schildern. Das eine ist von einem deutschen Theologen, Klaus Steigleder: Das Opus Dei, eine Innenansicht (1983), das andere von einer Spanierin aus der ersten Generation weiblicher Mitglieder, Maria del Carmen Tapia: Beyond the Threshhold, a Life in Opus Dei (1995) (auf deutsch: María del Carmen Tapia, Hinter der Schwelle. Ein Leben im Opus Dei. Der schockierende Bericht einer Frau. Benziger, 1993). KS gehörte der Gemeinschaft in den Siebzigerjahren fünf Jahre lang an, MCT achtzehn Jahre lang in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Die Schilderung beider, wie sie in das Opus Dei hineingezogen wurden, zeigt genau die gleiche Taktik. KS war vierzehn, als ein älterer Schulkamerad sich ihm näherte, über alltägliche Themen sprach, aber auch etwas über Religion, über Kirche usw. Der Jüngerer fühlte sich natürlich durch das Interesse des Älteren geschmeichelt. Bald ging er mit zu einem Klub mit einem neutralen Namen und später auch zu einem Studentenheim mit ebenso neutralem Namen; bei beiden stellte sich heraus, daß sie zum Opus Dei gehörten. Klaus war in der Schule tüchtig und ein frommer Katholik, aber von jetzt an wurde alle seine Freizeit durch Vorträge, Ausflüge und zum Schluß auch durch eine von der Gemeinschaft veranstaltete Romreise ausgefüllt. Gleichzeitig wurde er durch den Kameraden und einen "geistlichen Führer" einer immer intensiveren Bearbeitung ausgesetzt, zuerst, daß er bei einem Opus-Priester statt bei seinem normalen Pfarrer zur Beichte gehen sollte, dann, daß er einsehen solle, es sei Gottes Wille, daß er sich dem Opus Dei anschließen solle, statt Kapuziner zu werden, wie er es wünschte. Klaus zögerte zu Beginn, nicht zuletzt deshalb, weil er streng dazu angehalten wurde, seine Eltern nicht in die Opus-Pläne einzuweihen, aber nach einiger Zeit gab er nach, bat um die Aufnahme in das Opus Dei und verpflichtete sich für sein ganzes Leben zu Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam. Er war gerade fünfzehn Jahre alt geworden. Von einem formellen Gelöbnis war nicht die Rede, dies wäre kanonisch unzulässig gewesen, aber man ließ ihn wissen, daß der gefaßte Beschluß ihn für sein ganzes Leben verpflichtete.

MCT, die einem bedeutenden und einflußreichen spanischen Geschlecht angehörte, war siebzehn, als sie vom Opus Dei eingefangen wurde. Ihre Familie, welche die Sekte wohl kannte, billigte den Kontakt nicht, umsomehr als sie verlobt war und bald einen Mann heiraten sollte, den sie liebte. Aber dem Opus Dei gelang es nach intensiver Bearbeitung, sie davon zu überzeugen, daß sie eine "höhere" Berufung hatte, und schließlich gab sie nach. In einem langen Kapitel, genannt The Making of a Fanatic, schildert sie ihre Lehrjahre in Spanien. Sie mußte aufhören, ihre Freunde und Freundinnen zu treffen, um ganz im "Werk" und in einem infantilen Personenkult des Gründers, des "Vaters", aufzugehen. (Nicht nur sein Porträt, sondern auch die seiner Eltern und Geschwister schmückten die Wände in den verschiedenen Häusern des weiblichen Zweiges; sie sollten diese "Großvater" und "Großmutter", "Onkel" und "Tante" nennen, ihnen zu Festtagen gratulieren und ihnen Weihnachtsgeschenke geben.)

Nach einigen Jahren wurde MCT an das Hauptquartier in Rom versetzt, wo sie als Sekretärin für den "Vater" dienen sollte, eine unerhörte Gunst. Escrivá de Balaguers charismatischer Magnetismus wurde oft bezeugt, aber hier wird er vor allem als eine Person geschildert, die von ihrer eigenen Größe erfüllt, rücksichtslos brutal in seinen Schelten Untergeordneten gegenüber war. Zankte er mit einer Frau, dann konnte das Schimpfwort "Sau" zur Anwendung kommen. MCT war wie alle anderen dazu angehalten, jedes Wort aufzuschreiben, das er äußerte, da diese Worte "für die Zukunft wichtig" werden könnten (er zielte offenbar auf seine eigene Kanonisierung hin). Wenn sie dagegen verstieß, wurde MCT vorgehalten, sie habe "nicht aufgeschrieben, was der Vater heute gesagt habe, sondern statt dessen geschrieben, er wäre traurig oder empört gewesen". Escrivás Beatifikation (Seligsprechung) 1992 folgte auf einen zweifelhaften Prozeß, zu dem negative Zeugnisse nicht zugelassen waren. Das Amt des advocatus diaboli, dessen Aufgabe es ist, Einwände vorzulegen, die man gegen eine Heiligsprechung finden könnte, war bei dieser Gelegenheit abgeschafft worden.

Wie aus diesen beiden Büchern zu urteilen ist, scheinen Ausbildung und Arbeitsaufgaben für den männlichen und den weiblichen Zweig der Gemeinschaft (welche voneinander völlig getrennt waren und unter anderem nicht einmal die jeweils andere Anschrift kannten) sehr verschieden gewesen zu sein. Etwas war jedoch für beide Kategorien gemeinsam: Übervolle Arbeitsprogramme, Mangel an Schlaf und zunehmender Streß. MCT, der außer anspruchsvollen Aufgaben in der Kanzlei in Rom auch harte körperliche Arbeit in Verbindung mit Umbauten im Hauptquartier aufgebürdet wurde, richtete sich in dieser Zeit durch Aufräumarbeiten fast zugrunde. Auf der männlichen Seite riskiert man solches nicht, man braucht kaum sein Bett selbst zu machen. Statt dessen geht man eine theoretische Ausbildung durch, die keine freie Minute zum Nachdenken läßt. KS berichtet im Detail vom Programm, das zum großen Teil aus festen Serien von Vorträgen über die Organisation des "Werks", dessen "Geist", dessen "Normen" und tausende Detailvorschriften für das tägliche Leben besteht. Diese Vorträge werden ständig wiederholt, so daß man sie mehr oder weniger auswendig kennt. Dies erklärt den roboterhaften Eindruck, den man aus den Antworten der Mitglieder auf Fragen gewinnt. Auf diese Weise werden auch falsche Grundvorstellungen eingeprägt, die für das Selbstbewußtsein der Sekte wichtig sind. So wird ständig behauptet, der Gründer Escrivá de Balaguer sei der erste gewesen, der verkündet hätte, daß auch Laien zur Heiligung durch ihre tägliche Arbeit berufen wären - eine Wahrheit, die für alle zumindest seit der seelsorgerischen Tätigkeit des Franz von Sales im 17. Jahrhundert und besonders durch die sogenannte Actio Catholica bekannt ist, die nach dem ersten Weltkrieg große Scharen junger Katholiken: Arbeiter, Studenten, Intellektuelle usw. zum "Apostolat in ihrem eigenen Milieu" sammelte. Sogar der für alle katholische Spiritualität grundlegende Gedanke, daß "die heilige Messe der Mittelpunkt und die Wurzel des inneren Lebens" sei, wurde, so wird behauptet, vom "Vater" entdeckt. Dieser soll das Zweite Vatikanische Konzil dazu inspiriert haben, diese "neue" Erfahrung" vorzulegen.

Daß gleichzeitig mit dieser Indoktrination seriöse Studien betrieben werden könnten, wie das "Werk" behauptet, ist fast unmöglich. KS wollte Philosophie und Theologie studieren. Nicht einen einzigen modernen Philosophen durfte man lesen, und moderne Theologen nur in fragmentarischer Form. Thomas von Aquin ist der einzige Normgebende, aber Thomas in einer ganz bestimmten Richtung und gemäß einer bestimmten theologischen Grundanschauung erklärt, von der behauptet wird, sie sei die "ungebrochene katholische Tradition". So wird, sagt KS, der Philosophie- und Theologiestudent vor allem einer, der genehmigte "'Lösungen' und 'Antworten' auf 'Fragen' und 'Problemstellungen' eingelernt hat, die niemals wirkliche Fragen oder Probleme waren".

Das "Apostolat" ist für die Mitglieder eine Hauptsache, aber das Wort erhält beim Opus Dei eine ganz eigene Bedeutung. Es reicht nicht, für Christus oder die Kirche Zeugnis abzulegen; es gilt vor allem, neue Anhänger für das "Werk" zu rekrutieren, möglichst zwei pro Jahr. Jedes Mitglied soll mit einer Anzahl von "Freunden" nach einem bestimmten Muster arbeiten, die "Freundschaft" hat überhaupt keinen Eigenwert, sie ist ausschließlich ein Mittel für die Werbung. Sollte der Freund "abfallen", so existiert er nicht mehr, man grüßt ihn nicht mehr, tut so, als ob man ihn auf der Straße nicht sehe. Aber während der Werbephase wird mit ihm mit aller möglichen Wärme und Fürsorge umgegangen, und man beschäftigt sich so gründlich mit ihm, daß er keine Zeit dafür hat und sich nicht darum kümmert, seine früheren Freunde oder seine Angehörigen zu treffen. Außerdem wird er dazu verlockt, sein intimsten Angelegenheiten dem Opus-Dei-Freund anzuvertrauen. Was er nicht weiß, ist, daß das Anvertraute nicht beim "Freund" stehen bleibt, sondern an dessen Gruppenleiter weitergegeben und von der ganzen Gruppe diskutiert wird, die auch den nächsten Schritt in dem Prozeß plant, der dazu führen soll, daß der Adept "pfeift" - der Fachausdruck des Opus Dei für den Wunsch nach Eintritt in die Gesellschaft. Gleichzeitig wird er von dem Opus-Dei-Priester bearbeitet, von dem er beeinflußt wird, ihn als Beichtvater zu wählen.

Daß das Beichtgeheimnis auf diese Weise in Gefahr gerät, ist offenbar, besonders da das Sektenmitglied wöchentlich sein ganze Innere und alle seine Probleme dem geistlichen Leiter offenlegen muß, der nicht Priester und daher nicht der kanonischen Schweigepflicht unterworfen ist. Dies ist für die Leitung eine wirkungsvolle Methode, um jedes Mitglied bis ins Kleinste zu kontrollieren. Eine solche "manifestation of conscience" konnte früher im katholischen Ordensleben vorkommen, aber niemals mit einer solchen Häufigkeit; einmal oder einige Male im Jahr. Wegen des offenbaren Risikos von Mißbrauch wurden diese Übungen im kanonischen Recht verboten, ein Verbot, welches in Kraft war, als der Gründer Escrivá verlangte, es solle im Opus Dei obligatorisch sein. Wie dessen Konstitutionen unter diesen Umständen von den römischen Behörden genehmigt werden konnten, ist unerklärlich.

Diese Bücher berichten über schrecklichen Tatsachen, aber dennoch ist es beider Anliegen, die Gesellschaft auf den rechten Weg zu bringen. MCT weist stets darauf hin, wenn bezüglich der Verhältnisse, welche sie schildert, eine Veränderung eintrat. Die Menschen, die sie beschreibt, werden in der Regel als sympathisch und gut geschildert, die negativen Porträts sind selten und nuanciert. Was ihr Buch glaubwürdig macht, ist besonders der Umstand, daß alle Personen namentlich genannt werden: jede Situation, die sie beschreibt, hat so mehrere Zeugen: er wimmelt von solchen, da ihre Schilderung achtzehn Jahre umfaßt. Daß sie mehr emotionell geprägt ist als das Buch von KS, erklärt sich dadurch, daß sie während ihrer langen Zeit im Opus Dei psychisch völlig niedergebrochen wurde - ihr völliger Mangel an Widerstandskraft während der widrigen Prozedur, die ihrem Ausschluß vorausging, hat eine interessante Parallele in der Haltung der Angeklagten in den Moskauer Prozessen 1937.

KS hingegen fand sehr schnell seine normale kritische Urteilskraft wieder. Sein Bericht, in dem weniger Personen auftreten und durchgehend fingierte Namen tragen, enthält die meisten Fakten bezüglich des Aufbaus und der Organisation der Gesellschaft. Trotz der betroffen machenden Einblicke in die Studienordnung des männlichen Zweiges, das "Apostolat" und die verzweifelten Versuche, den jungen Klaus am Austreten zu hindern, gibt er dennoch zu erkennen, daß es auch positive Züge gibt: Bruderliebe, Einführung in ein Andachtsleben, das früher für fromme Katholiken normal war, mit dem aber die letzten Generationen oft den Kontakt verloren haben. Er fühlte sich moralisch gezwungen, sein Buch zu schreiben, weil er überzeugt war, daß die kirchlichen Behörden, vor allem in Rom, unmöglich die wirklichen Verhältnisse gekannt haben können, als sie die Türe für diese "Neuordnung" öffneten, die das Opus Dei in der Kirche beinhaltet. Er meint, die Sekte sei so gefährlich, daß man sie enttarnen müsse. Ich zitiere den letzten Abschnitt in seinem Buch:

"Daß es dem Opus Dei gelingt, im Gewand einer heute eher selten gewordenen Kirchlichkeit zu erscheinen, mit ebenso angestrebter wie vermeintlicher Treue zur Hierarchie und dem, was diese als Lehre der Kirche vorstellt, verstellte bisher vielen Bischöfen und Päpsten den Blick für das, was die Realität des Opus Dei ist. Das ließ warnende Stimmen, die nicht gefehlt haben, bisher als unwahr erscheinen und nicht ernstnehmen. Das Gewand scheinbarer Kirchlichkeit, das oftmals verdeckte Auftreten des Opus Dei, die Fülle an Falschinformationen und der Mangel an Kenntnis über die Vereinigung bewirkten und bewirken bei Eltern und Seelsorgern eine verhängnisvolle Sorglosigkeit und ein tragisches Zutrauen gegenüber dem Opus Dei. Sie seien eindringlichst gewarnt! An die Verantwortlichen der Kirche sei appelliert, eine genaue und sehr eingehende Untersuchung des Opus Dei vorzunehmen und dringend notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Diejenigen, die um die Realität der Vereinigung wissen, seien ermutigt, ihr Schweigen aufzugeben."« (Zitat Ende)

Kritik von Bischöfen und Priestern

Nochmals Gunnel Vallquist (Svenska Dagbladet, Juli 2000):

»Die nordische Bischofskonferenz, also die Bischöfe in den fünf nordischen Ländern, beschlossen einst in den Sechziger- oder Siebzigerjahren, dem Opus Dei in ihren Diözesen keine Niederlassungsrechte zu gewähren. Die Sekte hatte damals bereits begonnen, hier Leute anzusprechen und Sympathisanten zu werben. Bischof Hubertus Brandenburg trat sein Amt in Stockholm zum Ende der Siebzigerjahre an; er war nicht dabeigewesen, als der Beschluß gefaßt wurde, und fühlte sich nicht daran gebunden, als der Priestermangel in der Diözese akut wurde, nicht zuletzt wegen des starken Zustromes von Einwanderern. 1984 öffnete er das Tor für die Gesellschaft, nachdem er die Stimmung in Pfarren und in kirchlichen Räten erkunden ließ. Es gab in der Diözese wegen dieses Schrittes bedeutende Unruhe. Eine Gruppe Intellektueller schrieb einen offenen Brief an den Bischof und bat ihn, davon Abstand zu nehmen. Vergebens.

Einige Jahre vorher hatte Kardinal Hume in England, besorgt über das, was er vom Opus Dei gehört hatte, in einem öffentlichen Schreiben "Richtlinien" für die Tätigkeit der Gesellschaft in seiner Diözese Westminster erlassen: Vier Punkte: 1. Niemand unter 18 Jahren sollte gegenüber dem Opus Dei irgend ein Gelübde ablegen. 2. Jugendliche, die sich dem Opus Dei anschließen wollten, mußten die Angelegenheit zuerst mit ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten besprechen. 3. Jedem Individuum müsse Freiheit sowohl für Eintritt in als auch Austritt aus der Organisation garantiert werden, und jeder müsse das Recht haben, seinen geistlichen Leiter entweder im oder außerhalb des Opus Dei selbst zu wählen. 4. Jede Tätigkeit der Organisation in der Diözese müsse klar "sponsorship and management" angeben - also keine Tarnorganisationen. Von diesen vier Punkten wurde der erste in der Diözese des Kardinals wohl formell respektiert, aber auch wenn niemand unter 18 irgendwelche Gelübde ablegte, begannt das Opus sein "Fischen" - sein eigener Ausdruck - schon unter den jüngsten Teenagern, durch Klubtätigkeit und dergleichen. Über Verletzungen der Freiheit des Individuums wurde oft berichtet, und Eltern wurden gewöhnlich aus den Überlegungen von Adepten bezüglich eines Eintritts ausgeschlossen.« (Zitat Ende)

Auch Kardinal König hatte sich im Jahre der Seligsprechung 1992 kritisch über das Opus Dei geäußert (Kathpress vom 12.02.1992): Einwände kämen auch von "gläubigen Menschen, die um den Weg der Kirche in Gegenwart und Zukunft besorgt" seien; "viele Kritiker sehen die Gefahr der Bildung einer 'Kirche in der Kirche'"; man müsse sich "von einer aus vorkonziliären Zeiten stammenden Mentalität befreien, die möglichst viel 'sub secreto' tun, also geheimhalten wolle - nicht so sehr wegen irgendwelcher finsterer Absichten, sondern aus Angst vor den Ränken einer als böse oder gottfeindlich empfundenen Umwelt". Nach Ansicht Königs "wäre es aber vielleicht klüger - um Verdächtigungen von vornherein den Boden zu entziehen - hier mehr Transparenz zu schaffen". Zur Seligsprechung sagte König: "Ich hätte es persönlich für klüger gehalten, sich den Zeitpunkt der Seligsprechung noch zu überlegen." Schließlich wies er darauf hin, daß jede kirchliche Bewegung "immer Läuterung notwendig hatte und hat". Das gelte "zweifellos auch für das Opus Dei", und es sollte "die zeitlose Grundintention der Heiligung des Alltags schärfer von den zeitbedingten Elementen der Gründungszeit getrennt werden". Die "katholische Defensivmentalität", die "tief geprägt" war "von Angst vor dem Glaubens- und Sittenzerfall, von Festungs-Denken und dem Hang zur Geheimhaltung ... gilt es abzustreifen", betonte König.

Im Januar 2002 erschien jedoch in der Kathpress, mit Hinweis auf ein Interview mit der spanischen Zeitung La Vanguardia, die lapidare Mitteilung: "Ein Förderer des Opus Dei war und ist Kardinal König." Hat König seine Meinung nun geändert oder hat sich das Opus Dei geändert? Letzteres wohl kaum - das Opus Dei betrachtet sich ja als "heilig, makellos und unveränderlich" (Crónica 1968, Heft 8). Es besteht der starke Verdacht, daß dies nicht wirklich die volle Meinung des Kardinals ist und ich hoffe, daß sich Kardinal König nochmals differenziert zu dieser Frage äußern wird.

In einem 1992 erschienenen Buch (Harald Schützeichel, Opus Dei - Ziele, Anspruch und Einfluß, Patmos Verlag, 1992) werden kritischen Anfragen namhafter Theologen und Psychoanalytiker die Verteidigungsreden von Opus-Dei-Mitgliedern gegenübergestellt. Letztere gehen aber kaum auf die geäußerte Kritik ein, sondern weisen hauptsächlich auf das Gute hin, das im Opus Dei ohne Zweifel ebenfalls vorhanden ist. Dazu wäre zu fragen: Wieviel Positives muß eine Organisation leisten, damit man das Negative an ihr nicht mehr kritisieren darf? Kritik soll ja einer Organisation helfen, sich zu verbessern. Warum verbaut sich das Opus Dei diese Gelegenheit?

Der Schweizer Kapuziner P. Dr. Anton Rotzetter setzte sich mit den "spirituellen" Grundlagen des Opus Dei aus der Sicht franziskanischer Spiritualität auseinander und kam zu dem Schluß: "Das Opus Dei hat zwar eine klar erkennbare Mentalität, nicht aber eine Spiritualität, die sich aus dem Christusereignis beziehungsweise aus den biblischen Quellen herleitet."(Vortrag am 5. März 1993 im Bildungshaus Lainz) Gewiß ein hartes Urteil - aber sehen wir uns nun die Kritik bezüglich einzelner Punkte an. (Die Zahlen in eckiger Klammer verweisen auf das Buch "Der Weg" von Josemaria Escrivá de Balaguer", siehe Anhang).

Leid und Schmerz

Im Opus Dei wird der Schmerz verherrlicht [194, 208]. Bußgürtel zu tragen und sich zu geißeln soll zwar nicht mehr so häufig praktiziert werden wie früher, ist aber immer noch üblich.

Die Heilige Schrift fordert zwar, daß wir Leid und Schmerz von Gott annehmen sollen, wenn sie uns treffen, wie auch Jesus sie angenommen hat. Es ist aber nirgends davon die Rede, daß wir uns selbst Schmerzen zufügen sollen. In der hl. Schrift heißt es: "Menschliche Satzungen und Lehren sind es. Man sagt zwar, in ihnen liege Weisheit, es sei ein besonderer Kult, ein Zeichen von Demut, seinen Körper zu kasteien. Doch er bringt keine Ehre ein, sondern befriedigt nur die irdische Eitelkeit." (Kol 2, 23).

Leib

Im Opus Dei muß der Leib als "Kehrichteimer" [592] und als "Feind der Verherrlichung Gottes" [227] gesehen werden, während die hl. Schrift den Leib als "Tempel des Hl. Geistes" (1Kor 6, 19) betrachtet und mit "Verherrlicht also Gott in eurem Leib!" (1 Kor 6,20) das genaue Gegenteil vertritt.

Kindschaft

Wohl sagt die hl. Schrift in Bezug auf die Kinder: "Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen" (Mt 18,3), "Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich" (Mt 19,14) und "Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen" (Mk 10, 15). Damit ist aber die Stellung des Menschen vor Gott gemeint und nicht die "kindliche Unterwerfung" unter einen menschlichen Leiter oder Führer. Das hat übrigens der Salzburger Religionspädagoge Univ.-Prof.Dr. Anton A. Bucher in einem Buch (Anton A. Bucher, Braucht Mutter Kirche brave Kinder?, Kösel-Verlag, 1997) sehr schön herausgearbeitet. Dort ist auch darauf verwiesen, daß es zwischen Zitaten des Opus-Dei-Gründers [59, 620, 856, 868] und der Literatur der Sekte "Kinder Gottes" (die einst u.a. durch die "flirty fishing" genannte Prostitution auch minderjähriger Mädchen zwecks Mitgliederfang Aufsehen erregte und sich heute "Die Familie" nennt) bedenkliche Parallelen, ja fast wortidente Formulierungen gibt. [Weitere Infantilisierungsbefehle: 858, 862, 863, 867, 870]. Hingegen zeigen 1 Kor 3,1 und 1 Kor 13,11, daß ein Erwachsenwerden im Glauben nötig ist.

Gehorsam

In der hl. Schrift heißt es : "Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen" (Apg. 5.29). Im Opus Dei vertritt aber immer ein Leiter oder Führer die Stelle Gottes und fordert so den Gott geschuldeten Gehorsam für sich [62, 617, 620, 941].

Diskretion

Papst Johannes Paul II hat bekanntlich gesagt, die Kirche solle ein "gläsernes Haus" sein. Das Opus Dei hingegen umgibt sich, getreu den Anweisungen seines Gründers [643, 653], mit vielen Geheimnissen: "Die Instruktionen und Briefe unseres Gründers, die Glosas, das Vademecum usw. müssen in dem Zentrum verbleiben, dem sie zugewiesen sind. Sie sind im Büro des Direktors unter Verschluß zu halten und dürfen das Zentrum nicht verlassen". "Die Laienmitglieder vermerken in ihrem 'curriculum vitae' nie ihre Zugehörigkeit zum Opus Dei ... Das Opus Dei kann sein Ziel umso wirksamer verfolgen, wenn es in aller Bescheidenheit sein Leben zu führen beschließt" (aus dem "Vademecum für die örtlichen Räte", Rom, 19. März 1987, zitiert nach Peter Hertel, Geheimnisse des Opus Dei. Geheimdokumente - Hintergründe - Strategien. Herder, 1995, S. 97 und 95).)

Familie

Jugendliche Aspiranten, welche die Absicht haben, dem Opus Dei beizutreten, dürfen nicht mit ihren Eltern darüber sprechen. Sie dürfen, wenn sie dann beigetreten sind, an familiären Festlichkeiten (etwa Hochzeiten der Geschwister) nicht mehr teilnehmen. Die Bluts- oder Herkunftsfamilie existiert sozusagen nicht mehr, dafür wird die Gemeinschaft des Opus Dei als die "eigentliche Familie" hingestellt, in der nicht nur der Gründer (auf seinem Sarg steht schlicht "El Padre" - "Der Vater") bzw. sein jeweiliger Nachfolger eine überragende Stellung einnimmt, sondern - wie Maria del Carmen Tapia schreibt - auch dessen Blutsverwandte. Man fühlt sich unwillkürlich an die "Wahre Familie" des Sun Myung Mun oder die Sekte "Die Familie" erinnert. Man vergleiche damit das Wort Jesu in Mt 23, 9: "Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel". Was freilich auch die übliche Anrede des Papstes mit "Heiliger Vater" problematisch erscheinen läßt, eine Anrede, die in der Liturgie der Kirche Gott dem Vater allein vorbehalten ist.

Zwang

Das Opus Dei argumentiert, so wie man einen Selbstmörder mit Zwang von seinem Vorhaben abhalten müsse, ebenso müsse man jemanden mit Zwang davon abhalten, seine ewige Seligkeit aufs Spiel zu setzen. Heilige Unnachgiebigkeit, heiliger Zwang und heilige Unverschämtheit werden als Tugenden gepriesen [387]. Dazu der Theologe und Journalist Peter Hertel: "Was haben heiliger Zwang, Blindheit, Zensur und heilige Unverschämtheit mit der Botschaft Jesu zu tun, selbst wenn man sie 'geistlich' versteht? Jesus verkündete das Evangelium klar und unmißverständlich. Auch wenn er sich selbst die Wahrheit nannte ..., zwang er seine Zuhörerinnen und Zuhörer nicht, sie anzunehmen. Sie konnten sich frei entscheiden und den Glauben frei annehmen. 'Heiliger Zwang' war ihm fremd. Verkehrt ein Christentum, das auf blinden Gehorsam und heiligen Zwang setzt, seine Botschaft nicht ins Gegenteil?" (Peter Hertel, Anfragen an das Selbstverständnis des Opus Dei, in : Harald Schützeichel (Hsg.), Opus Dei , Ziele, Anspruch und Einfluß, Patmos Verlag, 1992, S. 47)

Sexismus

Laut Statuten sind Männer und Frauen im Opus Dei gleichgestellt. Dem widerspricht jedoch die Praxis. Schon der unterschiedliche Name der Häuser, "Residenz" für die männlichen und "Verwaltung" für die weiblichen Numerarier, ist bezeichnend. Männer dürfen Männer und Frauen leiten, aber Frauen nur Frauen. Obwohl behauptet wird, die Mitglieder sollten sich von der übrigen Gesellschaft äußerlich durch nichts unterscheiden, gab es strenge Auflagen für die Kleidung und Frisur der Frauen: keine Hosen, keine kurzen Ärmel, keine offenen langen Haare. Diese Vorschriften dürften allerdings in letzter Zeit etwas gelockert worden sein.

Laikalität

Das Opus Dei behauptet, eine laikale Gemeinschaft zu sein. Zwar sind weniger als zwei Prozent der Mitglieder Priester, aber die oberste Leitung besteht nur aus Priestern und die nächste Etage aus Numerariern. Ob es ein besonderes Zeichen von Laikalität ist, daß die führenden Personen ehelos leben, sei dahingestellt.

Auch die im Opus Dei bevorzugten Tugenden - Demut, Bescheidenheit (Armut) und Gehorsam - sind eher die Tugenden eines Mönches als die eines Laien, die doch eher die weltbezogenen Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Maß und Mut sein sollten. (Dietmar Mieth, Kurze Stellungnahme zu den Gedanken Hans Stephan Puhls über "Spiritualität, in: Harald Schützeichel (Hsg.), Opus Dei , Ziele, Anspruch und Einfluß, Patmos Verlag, 1992, S. 64)

Kursänderung der Kirche in wichtiger Frage

Der "Vatikanische Zwischenbericht" aus dem Jahre 1986 (im Heft 69/1994, "Sekten und neue religiöse Bewegungen" der Werkmappe "Sekten, religiöse Sondergemeinschaften, Weltanschauungen", herausgegeben vom Referat für Weltanschauungsfragen der Erzdiözese Wien) ruft dazu auf, nicht nur die "spirituellen, sondern auch ... die physischen, psychologischen, sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Aspekte" dieses Problems zu sehen und verweist andererseits auch auf das sektenartige Verhalten mancher innerkirchlicher Gruppen. In diesem Bericht heißt es u.a.: "Da wir hier auch von besonderen Gruppen sprechen, die gewöhnlich eine Bedrohung der Freiheit der Menschen und der Gesellschaft im allgemeinen darstellen, sind Kulte und Sekten auch als Gruppen mit einer Reihe von Unterscheidungsmerkmalen gekennzeichnet worden. Damit ist oft gemeint, daß sie eine autoritäre Struktur haben, gewisse Arten der Gehirnwäsche und Gedankenkontrolle praktizieren, daß sie Gruppenzwang ausüben sowie Schuld- und Angstgefühle wecken usw."

Das Opus Dei und seine Befürworter machen sich nun immer wieder die Thesen des italienischen Rechtsanwalts und selbsternannten "Religionswissenschaftlers" Massimo Introvigne, Leiter des Instituts CESNUR in Turin, zu eigen, die besagen, theologische Kritik an Sekten sei zwar erlaubt, aber wer Sekten aus anderen - etwa aus den im "Vatikanischen Zwischenbericht" angesprochenen - Gründen kritisiere, sei ein "Feind jeder Religion". So auch in einem Aufsatz Introvignes im "Heft 9 aus der Schriftenreihe der Karlskirche" mit dem Titel "Zur Sektendebatte". Darin wird staatliche und private Sektenaufklärung als "laizistisch-atheistisch orientierte Anti-Sekten-Bewegung" bezeichnet, die "jede überdurchschnittliche Religiosität" ablehnt und bekämpft, um den "Haß der Gesellschaft gegen bestimmte Gruppen zu lenken", die "kirchliche negative Statistiken mit Wohlgefallen registriert" und sogar "zum Kampf gegen die Religion überhaupt aufruft". In demselben Heft ist übrigens auch Kardinal Schönborn durch seinen Beitrag "Gibt es Sekten in der katholischen Kirche?" vertreten (seine Antwort ist natürlich "Nein") und er beruft sich dort folgerichtig auf Introvigne und den gleichgesinnten Amerikaner Gordon Melton. Letzterer reiste kurz nach dem Giftgasanschlag der AUM Shinrikyo-Sekte in der Tokyoter U-Bahn im Jahre 1995 nach Japan und protestierte dort gegen deren "religiöse Unterdrückung". Auch die schon erwähnten "Kinder Gottes" hält Melton für harmlos. Weitere im Bunde sind die Britin Eileen Barker und der Amerikaner Richardson, die 1997 bei einem Prozeß einiger Sekten gegen den Sektenbeauftragten der Russisch-Orthodoxen Kirche, Prof. Alexander Dvorkin, als Zeugen gegen den Letzteren aussagten, die "Neuen religiösen Gemeinschaften" seien so tolerant, daß man "zur gleichen Zeit Mitglied von Mun-Bewegung, Boston Church, ISKCON, Jehovas Zeugen, Scientology und Family (Kinder Gottes) etc. sein könne". Den Unsinn dieser Behauptung erkannte auch der russische Richter und sprach Prof. Dvorkin frei, obwohl auch Introvigne und Melton schriftliche Stellungnahmen gegen Dvorkin geschickt hatten.

Kardinal Schönborns Sekretär sagte damals zwar zu, in dem genannten Aufsatz den Hinweis auf Introvigne und Melton zu streichen. Der Aufsatz wurde aber auch später mit dem Hinweis neu publiziert.

Mit der Herausgabe dieses Heftes hat das Opus Dei übrigens auch der im Frühjahr 1997 erfolgten positiven Stellungnahme der österreichischen Bischofskonferenz zu sektenspezifischen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung (u.a. Herausgabe der Broschüre "Sekten - Wissen schützt!" im November 1996) inhaltlich diametral widersprochen, ohne daß ein einziger Bischof es gewagt hätte, den Standpunkt der Bischofskonferenz gegenüber dem Opus Dei zu verteidigen.

Auch in einem Opus-Dei-freundlichen Buch (Vittorio Messori, Der 'Fall' Opus Dei", MM-Verlag, 1994) wird im Kapitel 3, "Viele Sekten, eine Prälatur" Introvigne im obigen Sinn zitiert:

»Da ist auf der einen Seite die traditionelle Abneigung gegen die neuen Religionen, die von den herkömmlichen Kirchen und Glaubensgemeinschaften ausgeht, deren negatives Urteil vorwiegend doktrinären Charakter besitzt ... Dieser aus religiösem Mutterboden stammenden Kritik steht entgegen - mehr als zur Seite - die 'Antisekten-Bewegung', deren Ursprünge gewöhnlich außerhalb des religiösen Milieus liegen. Diese 'Bewegung' benutzt die von den neuen Religionen ausgelöste soziale Unruhe, um kritisch gegen alle 'starken' religiösen Erfahrungen vorzugehen ... Während die sozusagen 'religiös begründete Kritik' an den neuen Religionen die fragwürdigen Aspekte der 'Sekten' im Namen der Wahrheit und der Werte betont, betrachtet das Anticult Movement dagegen jeden als 'Sektierer', der den Relativismus nicht akzeptiert und beharrlich daran glaubt, daß auch im religiösen Bereich eine Wahrheit existiert«. (Zitat Ende)

Wenn das Opus Dei mit Berufung auf Introvigne die psychosozial schädlichen Praktiken, die betroffenen Angehörigen von Sektenmitgliedern nur allzu gut bekannt sind, pauschal als nicht existent bezeichnet, dann möchte es wohl verschleiern, daß es selbst solche Praktiken benützt, um Mitglieder zu werben und unter Kontrolle und Abhängigkeit zu halten. Daß solche Praktiken beim Opus Dei tatsächlich benützt werden, geht - wie schon erwähnt - aus einer Reihe glaubwürdiger Berichte hervor.

Sollte das Opus Dei auf diesem Gebiet entscheidende Einfluß auf die Kirche gewinnen, so wäre deren Funktion als Bollwerk gegen die Sekten ernstlich in Frage gestellt, denn durch theologische Argumente kann man heute niemanden mehr abhalten, sich einer Sekte anzuschließen.

Auch ein Konflikt der Kirche mit den staatlichen Autoritäten wäre vorprogrammiert, da sich letztere immer mehr auf ihre Schutzaufgabe auf diesem Gebiet besinnen - ich verweise auf ein am 12. Juni 2001 erlassenes französisches Gesetz (im Internet zu finden unter http://www.legifrance.gouv.fr/citoyen/jorf_nor.ow?numjo=JUSX9903887L, deutsche Übersetzung: http://griess.st1.at/gsk/frgesetz.htm) und auf ein derzeit in Beratung befindliches italienisches Gesetz (im Internet zu finden unter http://www.antiplagio.org/2001.htm ---> Petizione sulla riformula del reato di plagio), dessen erster Paragraph in Übersetzung lautet:

»Jeder, der jemanden derart in einen Abhängigkeitszustand versetzt, daß die Handlungsfreiheit, die Selbstbestimmungsfähigkeit und die Fähigkeit, sich gegen Fremdbestimmung zu wehren, ausgeschlossen oder eingeschränkt sind, indem er durch Gewalt oder Drohungen oder Suggestionen oder durch jedes andere Mittel die Willensentfaltung Dritter bedingt und erzwingt, wird durch Freiheitsentzug von 6 bis 12 Jahren bestraft.«

Solche Gesetze werden natürlich von Introvigne und Konsorten als "Religionsverfolgung" bezeichnet.

Erfreulicherweise gibt es jedoch selbst in Rom gewichtige Gegenstimmen. Dr. Michael Fuss, Professor an der päpstlichen Universität Gregoriana und mit der Sektenproblematik vertraut und befaßt: "In Zusammenarbeit mit akademischen Instituten in verschiedenen Ländern ist auf europäischer Ebene vor allem das weltweit operierende Institut CESNUR (Turin) als direkte Lobby einer undifferenzierten Gleichstellung aller sich selbst im weitesten Sinn als Religionen proklamierenden Gruppierungen hervorgetreten. Sein Sendungsanspruch einer rigorosen Wissenschaftlichkeit richtet sich in polemischer Frontstellung vor allem gegen die Dominanz der Kirche sowie gegen Organisationen von Elterninitiativen, deren kritische Beiträge zur Problematik schlichtweg als unwissenschaftlich disqualifiziert werden. Allerdings sind die Aktivitäten von CESNUR mittlerweile immer deutlicher in ihrer Parteilichkeit als massive Stellungnahmen zugunsten der konfliktträchtigen Orientierungen entlarvt." (Aufsatz "Neue religiöse Bewegungen - Perspektiven der internationalen Auseinandersetzung" im Heft 3/4-99 der Zeitschrift "Berliner Dialog", im Internet unter http://www.religio.de/dialog/399/19_13-17.htm)

Sexueller Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen - eine Machtfrage?

In den letzten Wochen erreichten uns erschütternde Berichte über den sexuellen Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Geistliche und die Vertuschung dieses Mißbrauchs durch Bischöfe. Solche Mißbräuche haben aber nicht erst jetzt stattgefunden, und der eigentliche Grund dafür ist nach der Meinung vieler die Machtstellung der Geístlichkeit, denn Macht über Menschen verleitet zum Mißbrauch derer, über die man Macht hat. Ich will nun keineswegs das Opus Dei direkt solcher Mißbräuche zeihen, aber ich gebe zu bedenken, daß, wenn Geist des Opus Dei nun den "Mainstream" der Kirche bedeuten soll, dies nur heißen kann: noch mehr Gehorsam, noch mehr Machtausübung, noch mehr Manipulation - und wahrscheinlich noch mehr Mißbrauch.

Es müßte im Zuge der - wohl kaum mehr verhinderbaren - Heiligsprechung Escrivás vonseiten der Kirchenleitung zumindest ausdrücklich darauf hingewiesen werden, welche seiner Ideen und Praktiken auf keinen Fall nachahmenswert und welche Bundesgenossen nicht akzeptabel sind.

Oder aber wir fügen uns in unser von der Kirchenleitung aufgezwungenes Schicksal und vertrauen auf den Ausspruch des Kirchenlehrers Johannes Chrysostomos: "Wenn Gott ein Übel beseitigen will, dann schickt er zunächst noch ärgere und schlimmere." Mit anderen Worten: Es muß so arg werden, daß der Dümmste erkennt, daß es so nicht weitergehen kann. Wieviel Menschen bis dahin aber an ihrer Seele Schaden leiden, das steht auf einem anderen Blatt.

Friedrich Griess


Wichtige Ereignisse in der Geschichte des Opus Dei

9. Januar 1902 Josemaria Escrivá de Balaguer y Albas wird in Barbastro (Spanien) geboren

28. März 1925 Escrivá wird zum Priester geweiht

2. Oktober 1928 Escrivá sieht das Opus Dei innerlich

14. Februar 1930 Escrivá bekommt die Eingebung, auch eine weibliche Sektion zu gründen

19. März 1941 Anerkennung als "Pia unio" (Fromme Vereinigung) durch den Bischof von Madrid

14. Februar 1943 Escrivá bekommt eine Eingebung, wie es im Opus Dei auch Priester geben könnte

11. Oktober 1943 Vorläufige Approbation des Opus Dei durch den Heiligen Stuhl

8. Dezember 1943 Gründung der "Priesterlichen Gesellschaft vom Heiligen Kreuz"

24. Februar 1947 Erhebung zum Säkularinstitut

16. Juni 1950 Endgültige Anerkennung durch Rom

1957 Beginn der Arbeit des Opus Dei in Österreich

26. Juni 1975 Tod von Escrivá de Balaguer

28. November 1982 Erhebung des Opus Dei zur Personalprälatur (*)

9. April 1990 Zusprechung des heroischen Tugendgrades

17. Mai 1992 Seligsprechung

6. Oktober 2002 Heiligsprechung

(*) Eine Personalprälatur ist eine Diözese ohne geographische Grenzen

Arten der Zugehörigkeit zum Opus Dei

Numerarier (ordentliche Mitglieder) sind zölibatär lebende Laien oder Priester, die in Zentren des Opus Dei leben. Die Laien-Numerarier sind Akademiker, die weltlichen Berufen nachgehen. Aus ihrem Kreis stammen auch die Funktionsträger, wobei die Spitzenfunktionen Priestern vorbehalten sind. Den Numerarierinnen obliegt darüber hinaus die Hausverwaltung. Es gibt auch Auxiliarnumerarierinnen für Hilfsdienste. Der Anteil der Numerarier beträgt etwa 20%.

Assoziierte sind zölibatär lebende Laien und Priester, die nicht in Zentren des Opus Dei wohnen. Die Laien müssen nicht Akademiker sein. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie für Numerarier. Ihr Anteil beträgt etwa 25%

Supernumerarier (beigezählte Mitglieder) sind Laien ohne Zölibatsverpflichtung. Sie machen etwa 50% der Mitglieder aus.

Mitarbeiter unterstützen des Opus Dei, sind aber nicht Mitglieder. Sie können auch Nichtkatholiken und Nichtchristen sein.

Quelle: Harald Schützeichel (Hsg.), Opus Dei. Ziele, Anspruch und Einfluß. Patmos-Verlag, 1992

Literatur über das Opus Dei

Über das Opus Dei ist eine wahre Flut von Büchern und Artikeln erschienen. Hier sind nur die wichtigsten deutschsprachigen kritischen Werke genannt, in denen sich zum Teil umfangreiche Literaturverzeichnisse finden.

Beinert, Wolfgang (Hsg), "Katholischer" Fundamentalismus. Friedrich Pustet, 1991

Carmen Tapia, Maria del, Hinter der Schwelle. Ein Leben im Opus Dei. Benziger, 1993

Hertel, Peter, Ich verspreche euch den Himmel, Patmos, 1991

Hertel, Peter, Die Geheimnisse des Opus Dei. Herder, 1995

Hofer, Thomas M., Gottes rechte Kirche. Ueberreuter, 1998

Hutchison, Robert, Die heilige Mafia des Papstes. Droemer Knaur, 1996

Lehner, Michael F., Eine Jugend im Opus Dei. Wichern, 2002

Ropero, Javier, Im Bann des Opus Dei. Familien in der Zerreißprobe. Benziger, 1995

Schützeichel, Harald (Hsg): Opus Dei. Ziele, Anspruch und Einfluß. Patmos, 1992

Steigleder, Klaus, Das Opus Dei - Eine Innenansicht. Benziger, 1991

Walsh, Michael, Die geheime Welt des Opus Dei. Heyne, 1992

Zitate aus Josemaría Escrivá de Balaguer, Der Weg, elfte Auflage, Adamas Verlag Köln, 1984

Verherrlichung des Schmerzes

[194] Ich nenne dir die wahren Schätze des Menschen auf dieser Erde, damit du sie dir nicht entgehen lässt: Hunger, Durst, Hitze, Kälte, Schmerz, Schande, Armut, Einsamkeit, Verrat, Verleumdung, Gefängnis . . . . .

[208] Gesegnet sei der Schmerz. – Geliebt sei der Schmerz. – Geheiligt sei der Schmerz . . . Verherrlicht sei der Schmerz!

Leibfeindlichkeit

[592] Vergiss nicht, was du bist . . . , ein Kehrrichteimer. – Wenn dich der göttliche Gärtner nimmt und schrubbt und reinigt und dich mit herrlichen Blumen füllt . . . , dann dürfen dich weder der Duft noch die Farbe, die deine Hässlichkeit schön machen, zum Stolz verleiten.

[227] Wenn du begriffen hast, dass der Leib dein Feind und Feind der Verherrlichung Gottes ist, weil er deine Heiligung bedroht, warum fasst du ihn dann so weich an?

Infantilisierung

[59] Du solltest dir die bewährte Erkenntnis vor Augen halten, dass der eigene Verstand ein schlechter Ratgeber und ein schlechter Lotse ist, wenn es darum geht, die Seele durch die Böen und Stürme und Klippen des inneren Lebens zu steuern.

Deshalb ist es der Wille Gottes, dass ein Kundiger die Führung des Schiffes übernimmt und uns mit seinem Licht und seinem Wissen in einen sicheren Hafen führt.

[620] Wenn der Gehorsam dir keinen Frieden gibt, dann bist du hochmütig.

[856] Die geistliche Kindschaft fordert die Unterwerfung des Verstandes. Das ist schwerer als die Unterwerfung des Willens. – Um den Verstand zu unterwerfen, bedarf es neben der Gnade Gottes einer beständigen Schulung des Willens, der nein sagt, so wie er dem Fleische nein sagt, einmal und noch einmal und dauernd. Man kommt zu dem paradoxen Schluss, dass, wer dem „kleinen Weg der Kindschaft“ folgt, seinen Willen stärken und vermännlichen muss, um Kind zu werden.

[868] Sei klein, sehr klein. – Sei nicht älter als zwei, höchstens drei Jahre. – Größere Kinder sind schon Spitzbuben, die ihre Eltern mit unwahrscheinlichen Lügen täuschen wollen. Sie haben schon die Bosheit, den Keim der Sünde, aber es fehlt ihnen die Erfahrung des Bösen. Diese Erfahrung wird sie die Kunst der Sünde lehren, unter dem Anschein der Wahrheit das Falsche ihrer Betrügereien zu verbergen. Sie haben die Einfachheit verloren, und Einfachhheit ist unerlässlich, um ein Kind zu sein vor Gott.

[858] Sei Kind. – Noch mehr Kind. – Aber komme mir nicht in die „Pubertätsjahre“: kannst du dir etwas Lächerlicheres vorstellen als einen Jüngling, der den Mann spielen will, oder einen Mann mit kindischem Gehabe? Vor Gott ein Kind. Un deshalb durch und durch Mann in allem Übrigen. – Noch etwas: gib diese Angewohnheit eines Schoßhündchens auf.

[862] Du dummes Kind: an dem Tag, da du deinem geistlichen Leiter etwas über deine Seele verbirgst, hörst du auf, ein Kind zu sein, denn du hast dein einfaches Wesen verloren.

[863] Wenn du wirklich ein Kind bist, bist du allmächtig.

[867] Kinder nennen nichts ihr eigen, alles gehört ihren Eltern . . . Dein himmlischer Vater weiß sehr wohl, wie er dein Erbteil zu verwalten hat.

[870] Suche nicht, ein Erwachsener zu sein. – Kind, immer Kind, auch wenn du vor Alter umfällst. – Wenn ein Kind stolpert und hinfällt, so wundert das niemanden . . . : sein Vater wird sich beeilen, es wieder aufzuheben. Fällt aber ein Erwachsener, so ist die erste Regung das Lachen. – Manchmal, wenn dieser erste Impuls vorüber ist, macht das Lachen dem Mitleid Platz. – Aber Erwachsene müssen selber aufstehen. Deine traurige Erfahrung jeden Tages ist voller Straucheln und Stürzen. Was sollte aus dir werden, wenn du nicht jedesmal mehr Kind wärest?

Gehorsam

[62] Ein Leiter. – Du brauchst ihn. – Um dich hinzugeben, um dich zu verschenken . . . , im Gehorsam. – Ein Leiter, der dein Apostolat kennt und weiß, was Gott will. So wird er dem Wirken des Heiligen Geistes in deiner Seele den Weg ebnen können, ohne dich von deinem Platz zu entfernen . . ., er wird dich mit Frieden erfüllen und dir zeigen, wie deine Arbeit fruchtbar werden kann.

[617] Gehorcht, wie das Werkzeug in der Hand des Künstlers gehorcht, das nicht danach fragt, warum es dies oder jenes tut. Seid überzeugt, dass man euch nie etwas auftragen wird, das nicht gut ist und nicht zur Ehre Gottes gereicht.

[620] Wenn der Gehorsam dir keinen Frieden gibt, dann bist du hochmütig.

[941] Gehorchen . . . , sicherer Weg. Den Vorgesetzten mit rückhaltslosem Vertrauen gehorchen . . . , Weg der Heiligkeit. Gehorchen in deinem Apostolat . . . , der einzige Weg; denn in einem Werk Gottes muss dies der Geist sein: dass man gehorcht oder geht.

Geheimnisse

[643] Offenbare nicht ohne Grund das Vertrauliche deines Apostolates: siehst du nicht, dass die Welt voll egoistischer Verständnislosigkeit ist?

[653] Was für ein gutes Beispiel gibt uns die Mutter Gottes! Nicht einmal dem heiligen Josef verrät sie ihr Geheimnis. Bitte die Herrin um die Diskretion, die dir fehlt.

Heilige Unnachgiebigkeit, heiliger Zwang und heilige Unverschämtheit

[387] Die Ebene jener Heiligkeit, die der Herr von uns erwartet, ist durch diese drei Punkte zu bestimmen: heilige Unnachgiebigkeit, heiliger Zwang und heilige Unverschämtheit.



Personal tools
Opus Dei info